Yes we camp!

Der Traum vom Urlaub in freier Natur und von der Freiheit allgemein

05.06.2019 | Frühjahr, Sommer, Blog, Allgäu Alpsee News, Natur und Aktiv

In unserem Freundeskreis ist ein sogenannter „Campingboom“ ausgebrochen. Waren es früher noch Reisen rund um die Welt und mindestens auf einem anderen Kontinent, mit denen man im Freundeskreis punkten konnte, so ist es ab 30 jetzt der Campingurlaub. Campen ist also das neue „Fernreisen“. Mein Partner und ich sind im Allgemeinen sehr abenteuerlustig deshalb haben auch wir uns dieses Jahr für einen Campingurlaub entschieden. Wir suchen uns also einen schönen Campingplatz nicht allzu weit entfernt, packen unseren Caddy voll und los geht’s. Wir freuen uns auf eine kleine Auszeit in der Natur, ein paar Tage entspannen im Freien – aus aus dem Büroalltag und rein ins Naturabenteuer.

 

Am Campingplatz angekommen, bauen wir erst einmal unser Zelt auf. Für Neulinge wie uns ist das allerdings ein etwas schwieriges Unterfangen. Zwei Stunden später sitzen wir mit unserem wohlverdienten Feierabendbier stolz vor unserem Zeltlager und lauschen dem Rauschen des Windes und dem Zirpen der Grillen. Müde von der Fahrt und dem Aufbau legen wir uns früh schlafen, schlupfen in unsere Schlafsäcke und dann das Unvermeidliche: ich muss noch einmal aufs Klo. Also die ganze Prozedur wieder von vorne. Ich laufe mit meiner Taschenlampe einmal quer durch den Campingplatz und schlupfe anschließend wieder in meinen Schlafsack.

 

Fünf Uhr früh, die Vögel zwitschern schon munter von den Dächern, meine Nachtruhe ist damit also vorbei. Ich schlage noch eine Stunde tot, wälze mich in meinem Schlafsack hin und her, bis ich verschlafen aus meinem Zelt krabble. Bewaffnet mit meiner Zahnbürste, einer Rolle Klopapier und einem Handtuch, mache ich mich auf den Weg zu den Waschräumen. Erstaunt stelle ich fest, ich bin nicht die einzige, die so früh auf den Beinen ist und auch nicht in den Duschräumen. Beschämt ob der vielen nackten Damen zu so früher Stunde, schleiche ich mich nach meiner Katzenwäsche wieder zurück in mein Zelt, um meinen schnarchenden Partner zu wecken.

 

Flexibel und frei sein!

 

Gemeinsam klappen wir Tisch und Stühle vor unserem Auto auf und bereiten das Frühstück vor, das trotz unseres momentanen minimalistischen Lebensstils gar nicht einmal so mickrig ausfällt. Frische Brötchen, Honig, Marmelade, Butter, Wurst und Käse, alles gut gekühlt dank unseres Minikühlschranks. Eine warme Tasse Kaffee, frisch gebrüht auf unserem Gaskocher.

Und dann passiert es – die ersten Tropfen fallen vom Himmel direkt auf meine Nasenspitze. Es dauert auch nicht lang und schon prasselt der Regen auf uns nieder. Schnell verkriechen wir uns in unser Zelt.

Die Wettervorhersage für die kommenden Tage ist leider auch nicht sonderlich erfreulich, darum ist der Entschluss schnell gefasst: wir reisen ab! Aber nicht etwa nach Hause. Also packen wir alles zusammen, setzen uns ins Auto und weiter geht die Fahrt. Immer der Sonne entgegen. Und tatsächlich finden wir den Sommer noch, vor traumhafter Bergkulisse.

Und wir beginnen wieder von vorne: Zelt aufbauen, sich einrichten, die Nachbarn kennenlernen …

 

Am nächsten Morgen halte ich wieder meine Tasse frisch gebrühten Kaffee in den Händen und atme die taufrische Morgenluft ein. Ich schaue auf den glatten See an dessen Oberfläche sich die Gipfel der umliegenden Berge spiegeln und da hat es auch mich gepackt: das Campingfieber.

 

In diesem Moment habe ich es begriffen: Es ist die Freiheit und die Ungebundenheit, die die Menschen so am Campen fasziniert. Sich eine Auszeit nehmen vom hektischen Alltag, raus aus dem täglichen Stress und rein in die Ruhe der Natur. Wenn es mir an einem Ort nicht gefällt, dann packe ich meine sieben Sachen und breche zum nächsten auf. Ich bin weder räumlich noch zeitlich gebunden. Ich kann minimalistisch am Campingplatz mit Gemeinschaftsduschen wohnen oder mir im Urlaub etwas mehr Luxus gönnen und mich in einen 4-Sterne-Campingplatz einmieten. Aber am Ende läuft es auf eines hinaus: die persönliche Freiheit. Ich genieße die Freiheit mich täglich aufs Neue zu entscheiden, was ich mit meinem Tag anfange und in welches Abenteuer ich mich stürze. Alles ganz ohne Zeit- und Termindruck.

 

 

Gastautor: Sandra erzählt von ihren ersten Campingerfahrungen rund um den Alpsee.

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